Gin Geschichte - Wer hat's erfunden?

Gin Geschichte - Wer hat's erfunden?

Gin ist heute ein Lifestyle-Produkt und zählt zu den beliebtesten Getränken. In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Aufschwung bzw. Hype. Doch wie ist die Gin Geschichte und woher kommt das Wacholdergetränk eigentlich?

Ursprung als Magenmedizin

Verschiedenen Quellen zufolge wurde Mitte des 17. Jahrhunderts vom Mediziner Francois de la Boe ein Gebräu entwickelt, das den Namen Genever trug. Auf Basis von Alkohol sollte es gegen Magen- und Nierenbeschwerden helfen. Um den Geschmack etwas abzudecken wurde Wacholder hinzugefügt, eine Pflanze der selbst auch heilende Kräfte zugeschrieben wurden.

Wirklich durchsetzen konnte sich Genever als Medizin nicht, in den Tavernen Hollands, wo de la Boe praktizierte, fand das Getränk dafür deutlichen Anklang.

Militär entdeckt den Gin für sich

So auch bei britischen Militärtruppen, die das Wacholdergetränk kurzerhand auf die Insel exportierten.

Dort entstand zum ersten mal der Name Gin.

Durch die Vielzahl an Holländern, die zu der Zeit in London lebten, verbreitete sich das neue Getränk sehr schnell.

Als dann im Jahr 1689 König James II. Abgesetzt und der niederländische König William III. von Oranien-Nassau als Mitregent von England eingesetzt wurde, gab es einen weiteren Aufschwung des Gin.

Der Grund dafür war einfach: Durch hohe Steuern auf ausländisches Bier, Weine und Spirituosen wollte der König die inländische Produktion ankurbeln. Gin war zu dieser Zeit schlichtweg das billigste alkoholische Getränk, das sich selbst die ärmeren Bevölkerungsschichten leisten konnten.

„Gin Craze“ in England

Als Queen Anne 1702 jedem Engländer erlaubte selbst Gin zu produzieren kam es zu einer regelrechten Überschwemmung des Marktes. Schätzungsweise ein Viertel der Haushalte stellte Gin her oder verkaufte ihn. Dies führte neben allgemeiner Trunkenheit auch zu einem enormen Abfall der Qualität. Der Großteil des hergestellten und verkauften Gin war minderwertig.

Strenge Gin-Gesetze wurden beschlossen

Um dem entgegenzuwirken wurde 1736 der erst „Gin Act“ verabschiedet. Damit wurde die Produktion ohne Lizenz und der Verkauf in Mengen unter 2 Gallonen verboten. Somit konnten sich nur noch die Oberschicht Gin leisten. Durch eine zusätzliche Sonderabgabe von 50 Pfund (eine erhebliche Summe zur damaligen Zeit) pro Jahr für Gin-Brennereien blieben am Ende nur noch zwei Produzenten. Einer davon nannte seinen Gin fortan „Fifty Pounds Gin“, eine Marke die auch heute noch gekauft werden kann.

Änderung der Rezeptur macht Gin wieder legal

Da die Zusammensetzung von Gin gesetzlich definiert war, änderten viele Engländer einfach die Rezeptur minimal ab und umgingen so das Verbot. Um 1740 konsumierte jeder Engländer schätzungsweise einen halben Liter Gin pro Tag. Der „Gin Act“ verfehlte seine Wirkung komplett. Erste Erfolge zeigten sich erst mit dem „Tippling Act“ 1751. Lizenzen waren nun deutlich günstiger, doch Hersteller durften nicht mehr direkt an den Endverbraucher verkaufen.

Aufgrund von Missernten und dem damit einhergehenden Anstieg des Getreidepreises stieg auch der Gin-Preis deutlich. Es handelte sich nicht länger um billigen Fusel, sondern ein immer weiter perfektioniertes Edeldestillat.

Siegeszug des Gin in Cocktail-Bars

Wir machen einen kleinen Zeitsprung in die 90er Jahre. Als die Cocktail-Szene ihre Anfänge nahm, war der Gin von Anfang an mit dabei. Durch seine Vielseitigkeit und weil er den Geschmack der Cocktails verstärkt und nicht überdeckt ist er aus keiner Cocktail-Bar der Welt wegzudenken. Doch auch pur oder klassisch als Gin & Tonic überzeugt das Wacholdergetränk und zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Spirituosen.

Gin & Tonic entstand übrigens nicht in England, sondern in Indien. Dort wurde das chininhaltige Tonic Water zum Schutz vor Malaria getrunken. Um den Geschmack etwas erträglicher zu machen wurde einfach Gin beigemischt und geboren war ein Klassiker für die Ewigkeit.

Mit der Zeit haben sich unterschiedliche Gin Sorten entwickelt. Alles dazu liest du in unserem umfangreichen Blog-Beitrag.

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